www.gaslandthemovie.com

Kino Hof – der grüne Kreisverband lud ein zu „Gasland“

Ein Bericht von Dagmar Keis-Lechner

Sonntag, 20.07.2014, 16:30 Uhr in Hof:
vor dem Kino hat es mehr als 30°C im Schatten, kein Lüftchen bewegt sich und der Schweiß rinnt aus allen Poren. „Wie viele Zuschauer werden sich wohl bei diesen Temperaturen am Sonntagnachmittag einen Dokumentarfilm ansehen? “ fragte ich mich skeptisch. Erfreulicherweise füllte sich der Kinosaal zunehmend und gebannt schauten die Gäste fast zwei Stunden, welche Auswirkungen Fracking nach Gas in den USA hat.

In der Doku waren zum einen Wirtschaftsvertreter zu sehen, die jeden schädlichen Einfluss des Frackings von sich wiesen und mit stolzer Brust verkündeten, man könne nun von Gas- und Ölimporten unabhängig werden. Da war eine Politikerin, die sich bemühte, von den Gas- und Ölindustrievertretern klare Aussagen bzgl. der verwendeten Chemikalien und den Auswirkungen für Natur und Menschen in den Frackinggebieten zu erhalten. Und da waren die Betroffenen: nicht ein oder zwei, sondern viele Menschen aus vielen verschiedenen Gebieten – über einen Großteil der USA verteilt -, in denen gefrackt wird. 

Nun ging es auch im Kino heiß her:  Entflammbares „Trink“-wasser aus den Wasserhähnen, blubbernde Bachläufe, in denen sich das aufsteigende Gas ebenfalls entzünden lies bis hin zum Flammeninferno einer explodierten Anlage. Tiere, denen das Fell ausging, Menschen ohne Geruchs- und Geschmacksinn, Personen, die durch unsägliche Krankheiten gezeichnet waren, wurden gezeigt.

Dies sind nur einige ekelerregende Beispiele. Aber etwas zum Schmunzeln möchte ich nicht unerwähnt lassen. Zur Entsorgung der kontaminierten Abwassermassen hat man sich eine ganz spezielle Lösung ausgedacht: Wasser (plus Chemiecocktail) wird in einem oberirdischen Becken vernebelt, umso besser verdunsten zu können – aus dem Auge aus dem Sinn und das mit regenerativer Sonnenenergie 🙂

In der regen Debatte, die wir im Anschluss zusammen mit Ulrike Gote, MdL und Christine Schoerner, Kreisvorsitzende Grüne Hof, über das Erlebte führten, ergaben neben Meinungsausstauch und Fachdiskussion auch Ideen, wie wir unserem Ziel „Frackingverbot zur Gas und Ölgewinnung“ näher kommen können: Aufklärungsarbeit durch Filmvorführungen und über Bildungseinrichtungen (Schulen, Bildungsträger); Kontakte zur Wissenschaft und zu Frackingbetroffenen (z.B. in Polen). Vielleicht sollten wir einmal dorthin fahren und uns ein Bild machen?

Ein Bild über diese ausgezeichnete Dokumentation von Filmemacher Josh Fox kann sich jeder auch auf der „Gasland“-Website machen:
http://www.gaslandthemovie.com/about-the-film (engl.)
Wer „Gasland“ selbst vorführen möchte, findet hier weitere Infos:
http://www.gegen-gasbohren.de/aktiv-werden/gasland-vorfuehren/Informationen

Vielleicht sehen wir uns ja bei einer Vorführung in unseren Städten und Gemeinden des Weidener Beckens. Bleibt bis dahin munter und lasst euch nicht „abfracken“!

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